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Macheleidt-Forschung

Im Mittelpunkt aller Aktivitäten des regionalen Brauchtumsvereins steht seit geraumer Zeit die Vorbereitung der Macheleid – Ehrung im nächsten Jahr. Dann nämlich jährt sich die Erfindung des Thüringer Porzellans in Sitzendorf durch Georg Heinrich Macheleid zum 250. Male.
50 Jahre nach Böttger in Meißen gelang es Macheleid, mittels einheimischer Rohstoffe einen vergleichbar guten Porzellanscherben herzustellen. Er, der 1723 in Cursdorf geboren wurde, in Rudolstadt das Gymnasium besuchte und in Jena Theologie studierte, intensivierte vor allem ab 1758 in Sitzendorf seine Versuche zur Porzellanherstellung.
1760 reichte Macheleid sein Gesuch zur Errichtung einer Porzellanfabrik beim Fürsten Johann-Friedrich von Schwarzburg - Rudolstadt ein und erbat damit das Privileg zur Gründung einer Manufaktur in Sitzendorf (im Bereich der Mankenbacher Mühle).
Bereits am 04. Oktober 1760 wurde ihm das alleinige Privileg mit den jus prohibendi für das Fürstentum Schwarzburg – Rudolstadt erteilt, das ihm das Recht der alleinigen Fabrikation und des Vertriebs von Porzellan im Fürstentum Schwarzburg – Rudolstadt zusicherte.

In einer Zeit wirtschaftlich und sozial schwieriger Verhältnisse eröffnete sich damit nicht nur für die Region um Sitzendorf und das gesamte Fürstentum Schwarzburg – Rudolstadt eine hoffnungsvolle Perspektive.
Wenngleich der historische Stellenwert dieser Erfindung in seiner Zeit nur von wenigen erkannt wurde, war der Siegeszug der Porzellanherstellung auch in Thüringen nicht mehr aufzuhalten.
In der Folgezeit entstanden weitere Manufakturen in vielen anderen Orten, die zum Teil bis heute ihre traditionelle Handwerkskunst bewahrt und weiterentwickelt haben.
Von 1762 bis 1764 setzte Macheleid auf Drängen des Fürsten seine Aktivitäten im Rahmen einer Sozietät in der „Ächten (heute: Ältesten) Volkstedter Porzellanmanufaktur“ fort.
In seinem umfangreichen Geheimbericht , dem „Arkanum“, zog er 1762 Bilanz über sein bisheriges Wirken, seine Forschungen und Produktionsergebnisse. Bis heute gilt es als ein bedeutendes Zeitdokument und als Beleg dafür, dass der Erfinder des Thüringer Porzellans, G.H. Macheleid (1723 – 1801), zu Recht zu einer Identifikationsfigur für unsere Region und für ganz Thüringen geworden ist.

Aus der Sozietät zog sich Macheleid jedoch im Jahr 1784 zurück. Er hatte sich in all den Jahren nicht nur der weiteren Qualitätsverbesserung seines Porzellans gewidmet, sondern hatte auch neue Gedanken entwickelt. Diese intensivierte er nach dem Ausstieg aus der Sozietät: die Idee, eine eine Salpeterfabrik zu errichten und eine weitere, keramische Brunnenrohre herzustellen! Er beabsichtigte, in Schwarzburg eine Versuchsplantage einzurichten. Doch die Salpeterfabrik entstand nie. Vielleicht auch deshalb, weil sich M. parallel dazu mit anderen Nutzungsformen des Porzellans befasste.
Ab 1790 ließ Macheleid in Schaala Fayencen und Rohre produzieren! Er hatte gerechnet, experimentiert und wieder gerechnet und immer wieder Versuchsstücke gefertigt: Keramische Brunnenrohre sollten eine störungs- und wartungsfreiere Wasserversorgung sichern - beständiger gegen alle äußeren Einflüsse als die bisher verwendeten Holz- oder Steinrohre. Eine bedeutende Idee, die er leider nicht zu Ende führte – sie war der bisher völlig unbekannte Ursprung des technischen Porzellans, der technischen Keramik in Thüringen.
Macheleid starb 1801 in Schwarzburg.

Im Mai 2008 hat sich im Rahmen des Brauchtumsvereins Sitzendorf der Freundeskreis „Georg Heinrich Macheleid“ gebildet. Dieser hat sich zum Ziel gestellt, das Leben und Wirken des Erfinders des Thüringer Porzellans, G.H. Macheleid, historisch korrekt aufzuarbeiten und ihn als Identifikations- und Leitfigur für die Region und Thüringens besonders zu würdigen.
Bis 2010 werden dazu eine Sonderausstellung und eine Broschüre entstehen, die einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Popularität der Persönlichkeit Macheleids leisten werden.
In diesem Zusammenhang werden gegenwärtig umfangreiche Nachforschungen durchgeführt, so im Thüringer Staatsarchiv, in den Stadtarchiven Rudolstadt, Erfurt, Coburg, der Historischen und Stadtbücherei Rudolstadt, in der Anna-Amalia-Bibliothek Weimar und der Universitätsbibliothek Jena. Gespräche in regionalen Pfarrämtern, deren Geschichte mit der Person Macheleids verbunden ist, sowie mit den Nachfahren des Erfinders und anderen historisch belesenen Personen, und die vielen historischen Bücher aus deutschlandweiten Fernleihen, werden den derzeitigen Wissensstand komplettieren.
Der Historische Markt am 02.05 2009, auf dem Handwerk und Mode zur Zeit Macheleids lebendig wurde, leitete zugleich die Macheleid – Ehrung ein, die am 04. Oktober 2010 ihren Höhepunkt finden wird.


 

Georg Heinrich Macheleid c Regelschule Sitzendorf



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